Gangpferde

Gangpferde unterscheiden sich von anderen Pferderassen durch eine außergewöhnliche Gangveranlangung. Sie haben neben den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp noch zusätzliche Gänge, wie z.B. Tölt und Rennpass beim Islandpferd, Marcha beim Mangalaga Marchador oder Foxtrott beim Missouri Fox Trotter.  All diese Gangarten sind 4 - Taktig, also Variationen des Schritts in langsamem, mittleren oder schnellem Tempo.

Der Tölt, wie auch der Pass waren früher bei vielen Pferderassen weit verbreitet.  Man bediente sich der bequemen Gangarten zur komfortablen Reise zu Pferd, das den Reiter so ohne viel Erschütterung über lange Strecken sicher ans Ziel führen konnte. Mit dem Einzug der Pferdekutsche verschwand der schnelle 4 - Takt allerdings zunehmend.  Ein Pferd entwickelt die beste Zugkraft, vorallem über lange Strecken im Trab,  deshalb verschwand der Tölt aus der Zucht und taucht heute nur bei wenigen Pferderassen als rassespezifisches Merkmal auf. Dennoch gibt es heute auch unter sogenannten 3-Gängern immer wieder Pferde die Töltveranlagung zeigen.

Die zusätzlichen Gangarten verlangen vom Reiter ein feines Einfühlungsvermögen und schnelle Reaktionen. Gutes Gangpferdereiten gehört mitunter zu den schwierigsten Disziplinen im Reitsport. Aufgrund der erhöhten und oft ständig varierenden Spannungssituation in den 4 - taktigen Gangarten ist Flexibilität und Sensibilität gefragt.

Der Hufschmied hat beim Gangpferd folglich einen ebensolchen Einfluss auf die vielfältige Gangverteilung. Auch bei der Beschlagsarbeit sind Einfühlungsvermögen und Flexibilität entscheidend. Schon geringe Variationen beim Beschlag, wie z.B. eine Zehenrichtung oder vom Hufschmied herbeigeführte Stellungsänderungen der Gliedmaßen durch die Hufbearbeitung, verändern den Gang und somit die Balance des Pferdes unter Umständen drastisch.


Der reine Tölt und der schnelle Rennpass sind beim Islandpferd nicht unbedingt an der Tagesordnung, vielmehr sind folgende Verschiebungen des 4-Taktes häufig:
 

  • Verschiedene Abstufungen des Passtölts, also eine Verschiebung des Tölts hin in Richtung Pass, meist in einer erhöhten Verspannung und Vorderlastigkeit des Pferdes begründet.
  • Verschiedene Abstufungen des Trabtölts mit verlängerter Auftrittsphase des Diagonalen Beinpaares bis hin zum reinen Trab.
  • Tölt oder Abstufungen des Tölts in Richtung Pass oder Trab mit Galopprolle.

 

 

 

 

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